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Laser kein Allheilmittel bei Krampfadern

29.01.2018

Bad Bertrich. Fast jeder Zweite hat in seinem Leben mit Krampfadern zu tun, die vor allem in den Beinvenen auftreten. Nicht schön, aber auch kein Drama, wenn man sie nicht ignoriert und einen Venenspezialisten aufsucht, der das gesamte Spektrum bewährter und moderner Behandlungsmöglichkeiten anbietet. Denn jeder Befund ist so individuell, wie der Patient, der ihn hat.

 

Jetzt kommen Wissenschaftler des IGel-Monitors* nach Analyse wissen­schaftlicher Literatur zu dem Ergebnis, dass die Laser­behandlung keine Vorteile gegenüber einer Krampfader-operation bietet. Und auch bei möglichen Schäden, unter anderem Schmerzen und Wundinfektionen,  zeigte sich, dass beide Verfahren gleich viele Nebenwirkungen haben. Für ihre Einschätzung haben die Wissenschaftler sieben Übersichtsarbeiten und vier neuere Studien herangezogen.

 

Bei gleichem Nutzen und gleichem Schaden lautet die Bewertung des IGel-Monitor daher „unklar“. Sie fällt damit schlechter aus als die Bewertung aus dem Jahr 2012, als die Laserbehandlung vom IGeL-Monitor mit „tendenziell positiv“ bewertet wurde. Da­mals lagen nur Daten aus Studien vor, die die Patienten maximal zwei Jahre lang beobachtetet hatten. Jetzt ging die Nachbeobachtungszeit bis zu fünf Jahre zurück.

 

Im Rahmen der verschiedenen bewährten und modernen Behandlungsmöglichkeiten bei Krampfadern bietet die Capio Mosel-Eifel-Klinik in Bad Bertrich Venenpatienten seit vielen Jahren auch die Lasertherapie an, die die Vene von innen verschließt und ausschaltet.

Allerdings sind längst nicht alle Krampfaderbefunde für eine Laserbehandlung geeignet: „Für Krankheitsstadien mit stark geschlängelten Krampfadern oder sackartigen Erweiterungen kommt die Lasertherapie nicht infrage. Darum ist vor der Therapieentscheidung immer der erfahrene Venenspezialist bei der Diagnose gefragt, der die gesamte Palette der Behandlungsmöglichkeiten beherrscht“, sagt Oberarzt Dr.  Lothar Brümmer. Zudem gehört die Laserbehandlung zu den sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL), die gesetzlich Versicherte in der Regel selbst bezahlen müssen. Die Kosten belaufen sich laut IGel-Monitor auf einige hundert bis einige tausend Euro. 

 

*Hinter dem  IGeL-Monitor (Essen) steht der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS).